Urner Sportprominenz gibt sich die Ehre

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Urner Sportlerehrung 2017 im Theater (Uri)

Die besten Urner Sportlerinnen und Sportler wurden am Freitag für ihre Leistungen geehrt. Obwohl zwei Grosse ihrer Zunft abtraten, sieht die Zukunft für den Urner Sport rosig aus.
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Die Skisaison in der Schweiz wird immer kürzer

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Bis Ende des Jahrhunderts wird die Schneedecke in den Alpen durch den Klimawandel um bis zu 70 Prozent abnehmen. Das berichten Forschende des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) und der ETH Lausanne. Die Skisaison wird dabei deutlich kürzer. Weiter lesen

Norwegen, Grossbritannien und Andermatt im Gepäck

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Philip Furrer ist in seiner ersten Saison Swiss-Ski-Trainer

Nächste Woche startet die Nordische WM in Lahti. Als Langlauftrainer ist der Andermatter Philip Furrer dabei. Der ehemalige Langläufer über seinen Weg, sein Training und seine Motivation.

Geplant war das so nicht. Zumindest nicht schon jetzt. Doch als Swiss-Ski ihm vergangenes Jahr den Nationaltrainerposten der Trainingsgruppe 2 bei den Langläufern anbot, da sagte Philip Furrer nicht Nein: «Manchmal musst du halt reinspringen», kommentiert er mit einem breiten Lächeln. Und das ist der 33-jährige Andermatter schon öfter. Er hat als Weltcuptrainer die britischen Toplangläufer trainiert. Er hat in Norwegen als Sportlehrer und Langlauftrainer gearbeitet. Ursprünglich hat er die Ausbildung zum Primarlehrer abgeschlossen und zog nach vollendetem Lehrerdiplom nach Norwegen, um selber auf die Karte Spitzensport zu setzen und dort ein Sportwissenschaftliches Mastergradstudium zu absolvieren. Heute, da schöpft Philip Furrer aus einigen Erfahrungen. Und das, um einen Job zu machen, der ihm richtig viel Freude bereitet: «Mit Leistungsentwicklung – egal, ob in der Schule oder beim Sport – arbeite ich sehr gern. Man muss dabei viele verschiedene Faktoren berücksichtigen, was wirklich spannend ist.»

Bekannte aus aktiver Zeit
Philip Furrer betreut seit Mai 2016 als Nationaltrainer die Trainingsgruppe 2, die Sprintgruppe bei Swiss-Ski. Sechs Männer sind das insgesamt, allesamt sehr gute Sprinter, aber unter ihnen mit dem WM-selektionierten Schattdorfer Roman Furger und dem Luzerner Ueli Schnider auch zwei Allrounder. Als eher reine Sprinter im Team gelten Jovian Hediger, Gianluca Cologna, Roman Schaad und Jöri Kindschi. Das grösste Ereignis im diesjährigen Rennkalender: die Weltmeisterschaften in Lahti, Finnland, die am 22. Februar starten. «Das ist schon noch speziell, dass man ein Team so kurz vor einem Grossereignis übernimmt», sagt der 33-Jährige. Doch ihm kommt zugute, dass er die Athleten schon aus seiner aktiven Zeit als Langläufer sehr gut kennt.

«Langlaufen ist Freiheit!»
Der Urschner – der übrigens zu je einem Viertel Schweizer, Finne, Däne und Liechtensteiner ist – begeistert sich für den Sport. «Langlaufen ist für mich Freiheit», sagt er: kein Anstehen, einfach draussen sein. Ein körperlich sehr anstrengender, aber trotzdem sehr schöner und gesunder Sport. Im Wettkampf heisst es Frau gegen Frau, Mann gegen Mann und gleichzeitig ein Kampf gegen die eigenen Grenzen. «Langlaufen ist eine physisch und psychisch sehr gute Sportart», findet Philip Furrer. Durch das Langlaufen kam er nach Norwegen, es beeinflusste seine ganze Arbeit. «Ich habe aber auch andere Sportarten sehr gerne», sagt er. Das Wichtigste ist, draussen unterwegs zusein – egal ob beim Langlaufen, Fischen, Kajak paddeln oder Tauchen, egal ob in den Bergen oder am Meer in Norwegen.

Eine Vertrauensperson
Nun also Trainer. Von Athleten, die früher Trainingskollegen waren. Aber das ist kein Problem für den 33-Jähri- gen. Er sieht es eher als einen Vorteil. Man kennt sich gegenseitig gut, hat Vertrauen zueinander, Er ist als Trai- ner eine Vertrauensperson. Wichtig ist, sich gegenseitig zu respektieren und einander das Beste zu wünschen, offen und ehrlich zu sein, erklärt er. «Sie haben mich zwar in einer anderen Rolle kennengelernt. Ich bin aber immer noch der Gleiche wie vorher.» Auch seine Erfahrungen darin, Tiefpunkte zu überwinden, mit Trainern zusammenzuarbeiten, kommen ihm zugute. «Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich selber in dieser Situation war», sagt er. Trainer zu sein, das bedeutet auch, zu motivieren – genau wie als Lehrperson in der Schule. Und auch wenn bei Spitzenathleten schon eine gewisse innere Motivation vorhanden ist, wie Philip Furrer sagt, sind drei Punkte doch besonders wichtig: Autonomie – zum Beispiel den Trainingsplan mit den Athleten gemeinsam zu erarbeiten, anstatt ihn zu diktieren. Zugehörigkeit – das heisst, ein Team aufzubauen, in dem sich die Athleten wohlfühlen und wo man nicht nur den Athleten, sondern auch den Menschen dahinter sieht. Und Kompetenz – den Athleten Faktoren aufzeigen, in denen sie kompetent sind, die gut laufen, aber auch kritisch zu hinterfragen, wo es Verbesserungspotenzial gibt. «Diese drei Punkte sind für mich essenziell bei der Zusammenarbeit», sagt er. Er mag das an seinem Trainerjob: Probleme zu lösen, Methoden zu testen oder zu entwickeln und einfach mit Menschen zusammenzuarbeiten. Emotionen zu spüren – egal, ob positive oder negative. Denn auch die manchmal schwierigen und herausfordernden Situationen machen den Job gerade so spannend: «Es ist einfach, ein Trainer zu sein, wenn alles rund läuft.»
Druck ob der kommenden Herausforderung – die WM in Lahti – fühlt er nicht. «Ich probiere, mein Möglichstes zu geben, um den Athleten auf ihrem Weg zu helfen», erklärt er. Derzeit hat er eine 100-Prozent-Stelle bei Swiss-Ski, für zwei Jahre nimmt er aber unbezahlten Urlaub bei seinem norwegischen Arbeitgeber. Eine kleine Absicherung ist das.

Im Jetzt leben
Wie es weitergeht? «Ich lebe ziemlich im Jetzt», sagt Philip Furrer, der fliessend Deutsch, Schwedisch, Norwe- gisch, Englisch und gut Französisch und Italienisch spricht. Momentan will er einfach, dass seine Athleten ihr Potenzial erreichen oder sogar übertreffen. Wer weiss, wo der Weg hinführt. Zum britischen Nationalteam kam er übrigens auch überraschend. Philip Furrer lag gerade am Urnersee, als eine Mail auf dem Smartphone ankam. Ob er nicht die Briten trainieren wolle? Die meisten von ihnen wohnen und trainieren eh in Norwegen. Der Andermatter übernahm das Training als Zweitjob. Er bewunderte, wie das kleine Team mit sehr wenigen finanziellen Mitteln sehr professionell und erfolgreich arbeitete. Er lernte viel. Manchmal, da muss man einfach reinspringen.

Nachwuchsarbeit
Momentan sei die Situation in der Schweiz zwar nicht schlecht, sagt Philip Furrer. Nachwuchs ist da. Aber diesen zu finden, wird nicht einfacher. Die Winter sind weniger schneesicher, der Langlaufsport muss attraktiv behalten werden. Der von Dario Colognas Erfolgen angestossene Langlaufboom ebbt langsam wieder ab. Da sei es wichtig, Talente auch langfristig zu halten. «Ich habe den Direktvergleich mit Norwegen», sagt Philip Furrer. Dort ist Langlaufen ein Nationalsport. Und die Norweger denken langfristig: «Wenn ich in Norwegen mit einem Sportler oder einer Sportlerin rede, dann glaubt von denen jeder daran, dass er der oder die Beste werden kann», erklärt er. Vielleicht ist das auch mal das kleine Extra, das aufs Podest hilft. (ehi)

Elisa Hipp

Urner Wochenblatt, Mittwoch, 15. Februar 2017

 

Wenn Zweitwohnungsbesitzer zum Glücksfall für die Berggebiete werden

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Berggebiete sollten auf das Wissen und das Kapital der Menschen setzen, die ihren Zweitwohnsitz in den Bergen haben. Dies ist nur einer der Denkanstösse, die die Denkfabrik Avenir Suisse in einer Studie für die Zukunft von Berggebieten liefert. Weiter lesen

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Avenir Suisse hat heute eine Studie zum „Strukturwandel im Schweizer Berggebiet“ präsentiert. Die Gebirgskantone sehen darin grosse Übereinstimmungen mit den eigenen Analysen und Strategien aber auch Lücken die gemeinsam ergänzt werden sollen. Für die Gebirgskantone bietet die Studie eine gute Diskus-sionsgrundlage und sie sind deshalb gewillt, mit Avenir Suisse in einen konstruktiv-kritischen Dialog zu treten.

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