„Das ist die beste Lösung für Andermatt“

Gemeindepräsidium: Jetzt machen die Anhänger von Jost Meyer mobil: Er soll als neuer Gemeindepräsident dafür sorgen, dass der Gemeinderat die richtigen wegweisenden Entscheide für die Zukunft fällen kann – ohne Yvonne Baumannn.

Sozialvorsteher Jost Meyer ist an der Gemeindeversammlung in Andermatt vom 25. Oktober zuhanden des Urnengangs vom 25. November als neuer Gemeindepräsident vorgeschlagen worden. Ein «Komitee besorgter Bürger» hat die Stimmberechtigten jedoch Anfang dieser Woche in einem Flugblatt aufgefordert, Yvonne Baumann als Gemeindepräsidentin wiederzuwählen. Sie habe die Arbeit als Gemeindepräsidentin «tadellos» ausgeführt und sei «die beste Wahl», heisst es im Flugblatt.
Zudem haben die von Yvonne Baumann präsidierte CVP Ursern und die SVP Ursern ein gemeinsames Wahlkuvert in alle Haushaltungen verschickt, auf denen unter anderem Jost Meyer nicht als Gemeindepräsident, sondern erneut als Sozialvorsteher vorgeschlagen wird.
Das Schreiben des Komitees hat im Ursemtal hohe Wellen geschlagen. «Dieser Aufruf darf nicht unwidersprochen bleiben», sagt der ehemalige Gemeinde-ratskandidat Isidor Regli, der sich für die Wahl von Jost Meyer engagiert. «Für mich ist es sehr befremdend, dass man nicht den Mut besitzt, sich namentlich zu einem Schreiben zu bekennen», kritisiert er unserer Zeitung gegenüber das Vorgehen des Komitees. «Die Verfasser werden ihre Gründe dafür haben», glaubt Regli. «Sie würden der Gemeinde jedoch mehr dienen, wenn sie sich für ein Amt zur Verfügung stellen würden.»

Vertrauen ist nicht mehr vorhanden
«Yvonne Baumann hat mehreren Medien gegenüber, aber auch an der Gemeindeversammlung im Oktober, ganz klar kommuniziert, dass sie nicht mehr zur Verfügung steht und eine allfällige Wahl auch nicht annehmen wird», so Regli. «In der aktuellen Situation ist das wohl auch die beste Lösung für Andermatt», ist er überzeugt. «Vizepräsident Peter Baumann hat an der Herbst- Gemeindeversammlung – auch im Namen der übrigen Gemeinderäte (Jost Meyer, Wolfgang Baumann und Edwin Holzer; Anm. d. Red.) – unmissverständlich festgehalten, dass das Vertrauen in die Präsidentin nicht mehr vorhanden ist», sagt Regli unserer Zeitung gegenüber. «Wenn jemand beurteilen kann, ob dies zutrifft, dann sind es sicher diese vier Gemeinderäte, die aktuell mit der amtierenden Präsidentin in der kommunalen Behörde Zusammenarbeiten und Beschlüsse fassen. Sie müssen diese Entscheide mittragen und auch die allfälligen Konsequenzen für die Gemeinde verantworten können.»

Immer mehr Aufgaben sind delegiert worden
Regli bezweifelt auch, dass Baumann ihre Arbeit «tadellos» aus-geführt hat. «Es ist offensichtlich, dass sich die vollamtliche Gemeindepräsidentin immer öfter durch ihre Milizkollegen in Funktionen und bei Aufgaben hat vertreten lassen, die ihr Vorgänger Roger Nager stets persönlich wahrgenommen hat.» Als Beispiele erwähnt Regli das Verwaltungsratsmandat bei der Grimseltunnel AG, bei der Netzgesellschaft Andermatt AG, im Stiftungsrat des Betagtenheims Ursern oder auch das Kommissionspräsidium und die Leitung des Projekts Energiestadt Andermatt. «Alle diese Aufgaben hat sie an ihre Ratskollegen delegiert. «Ich kann mir das nicht erklären, zumal seit dem Rücktritt von Roger Nager keine Aufgaben hinzugekommen sind, die Yvonne Baumann als Präsidentin zusätzlich übernehmen musste», begründet Regli seine Kritik.

«Das hatte nichts mit Mobbing zu tun»
Bereits im Vorfeld der Offenen Dorfgemeinde sei den Bürgern aufgrund eines Berichts der «Urner Zeitung» klar geworden, «dass die ratsinterne Zusammenarbeit nicht mehr optimal läuft». Dieser Eindruck habe sich am 25. Oktober bestätigt. «Die Chemie im Rat stimmt aber ganz offensichtlich nicht mehr», glaubt Regli. Das sei aufgrund der damaligen Äusserungen von Peter Baumann und der Erklärungen von Yvonne Baumann ganz klar zum Ausdruck gekommen. «Dem Gemeinderat ist gar nichts anderes übrig geblieben als zu handeln und die Andermatter an der Gemeindeversammlung zu informieren, dass es so nicht weitergehen kann», sagt Regli. «Das hatte nichts mit Mobbing zu tun und ist allein im Interesse der Bürger geschehen.» In den Medien habe sich die Gemeindepräsidentin immer wieder zu rechtfertigen und sich als Opfer darzustellen versucht», kritisiert Regli. «Ich frage mich, ob sie je einmal selbstkritisch hinterfragt hat, woher Unmut und Vertrauensverlust kommen?»

«Für die Region matchentscheidend»
«Unsere Gemeinde erlebt im Moment eine Dynamik, die mit grösster Wahrscheinlichkeit ein-malig ist», glaubt Regli. «Es müssen wegweisende Entscheide für die Zukunft gefällt werden, die für die Region matchentscheidend sein werden. Dafür braucht es einen starken und gut funktionierenden Gemeinderat, der seine Aufgaben gemeinsam mit der Bevölkerung transparent wahrnimmt und die besten Lösungen erarbeitet. Die Stimmbürgerinnen und -bürger sollten dies unbedingt bedenken», betont Regli abschliessend.

Bruno Arnold
Urner Zeitung, Freitag, 16. November 2018

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Ein Jahrhundert zwischen Stemmbogen und Kurzschwung

Skilehrer feiern 100 Jahre Skiunterricht, Schneesportschule feiert 85-Jahr-Jubiläum

Seit 100 Jahren gehört Ski-unterricht zu Andermatt wie der Schnee auf die Urschner Berggipfel. Im Januar feiern aktuelle und ehemalige Skilehrer dieses Jubiläum mit einem grossen Fest.

Während sich Material und Technik im Laufe der Zeit drastisch verändert haben, ist der Anfang für alle ziemlich ähnlich, früher wie heute. Die Rede ist vom Skifahren. Wer kennt es nicht: Zuerst stellt man stampfend einen Ski neben den anderen, später schaffen es Geübte zunächst pflügend durch den Schnee, um dann endlich im Idealfall kunstvolle Schwünge in den Schnee zu zaubern. Kein anderer Ort im Kanton Uri kennt das Unterrichten von Skischülern länger und intensiver als das Ursemtal. Seit mittlerweile 100 Jahren wird in Andermatt Skiunterricht angeboten. Dies belegt ein Brief, der im Frühling 1919 den Urner Regierungsrat erreicht hatte. Darin stand, dass der Skiklub Gotthard beschlossen habe, «das Skilehrerwesen im Urserentale zu regeln». Bereits drei Wochen später wurden das eingereichte Regulativ und die Tarife genehmigt und im selben Jahr erwarben neun Skilehrer das Patent für Andermatt.

Aufschwung dank Tourismusprojekt
Heute, fast 100 Jahre später, prägt das Skilehrerwesen das Urserntal noch immer. Einiges hat sich aber verändert: Seit 85 Jahren steht der Skiunterricht in Andermatt unter dem Dach der Schweizer Schneesportschule Andermatt. Im vergangenen Winter waren 82 Skilehrerinnen und Skilehrer beschäftigt, für den kommenden Winter sollen es deren 100 sein. «Die aktuelle Entwicklung im Urserntal ist sehr positiv für die Schneesportschule Andermatt. Wir stehen allerdings auch vor neuen Herausforderungen», sagt Ruedi Baumann, der die Skischule seit 2017 lei-tet. Die Gäste, die das Tourismusresort nach Andermatt bringt, sind andere, anspruchsvollere als vor wenigen Jahren. «Ein Skilehrer ist nicht nur zum Unterrichten da, sondern ist vielmehr auch ein Guide», so Ruedi Baumann. Es sei dieser sogenannte «Magic Moment», den die Gäste heutzutage immer häufiger erleben wollten. Insgesamt ist es eine Entwicklung, die der Schneesportschule das Überleben sicherte. «Ohne das Tourismusprojekt und den Skigebietsausbau wären wir heute nicht hier», davon sind sie alle überzeugt. Sie, die sich zur Bekanntmachung ihres grossen Jubiläumsfests 100 Jahre Ski unterricht Andermatt und 85 Jahre Schneesportschule Andermatt getroffen haben: Der aktuelle Skischulleiter, die Ehemaligen Sepp Dahinden und Kari Danioth und die OK-Mitglieder Fred Tanner, Brosi Arnold und Astrid Nager gaben den Medien am Donnerstag einen Einblick in die bevorstehenden Feierlichkeiten.

270 ehemalige und aktive Skilehrer
Am 26. Januar werden in und um Andermatt mehr aktive und ehemalige Skilehrerinnen und Skilehrer unterwegs sein als je zuvor. «Zunächst wollen wir das Jubiläum mit einem Nostalgie-Skirennen in Kleidern aus diversen Jahrzehnten feiern», erklärt Medienchef Brosi Arnold. Für das Plauschrennen am Nätschen, bei dem weniger die Schnelligkeit, dafür mehr die Originalität zählt, werden laut Brosi Arnold noch passende Kleider gesucht. Im Anschluss an das Plauschrennen führt ein Umzug die Skilehrerinnen und Skilehrer von heute und früher durch das Dorf. «Mit diesem Umzug und dem anschliessenden Apero möchten wir mit der breiten Bevölkerung feiern.» Am Abend dann findet in der Aula des Bodenschulhauses eine Skilehrer-Kilbi statt, an der nach Herzenslust in Erinnerungen geschwelgt werden dürfte. Dieser Jubiläumstag von und für Skilehrer steht noch vor einer Schwierigkeit, wie Brosi Arnold erklärt: «Wir haben die Namen von 270 Skilehrern. Nicht von allen kennen wir aber Adressen oder Telefonnummern.» Um möglichst viele der einstigen Skilehrerinnen und Skilehrer zu erreichen, hat das Organisationskomitee um OK-Präsident Roger Nager eine Internetseite www.skilehrer-andermatt.ch eingerichtet. «Wir hoffen, so möglichst viele Skiinstruktoren zu erreichen», betont Brosi Arnold.

1 Stunde für 5 Franken
Vor 100 Jahren, als die Regierung grünes Licht gab und das erste Tarifblatt für den Skiunterricht in Andermatt herausgegeben war, kostete 1 Stunde für eine Person noch 5 Franken, 1 Stunde für zwei Personen war nur 7 Franken teuer. Sieben Skilehrer aus Andermatt, einen aus Hospental und einen aus der Göscheneralp zählte das erste Verzeichnis der patentierten Skilehrer. Skier waren zu jener Zeit aus Holz und die Skilehrer waren damals bloss an einem gelben Stoffband um den Oberarm erkennbar. Eine andere Skisportära, die nur 100 Jahre zurückliegt, und die die Skilehrer in Andermatt am 26. Januar für einige Stunden wieder zum Leben erwecken wollen.

Martina Tresch-Regli
Urner Wochenblatt, Samstag 15. September 2015/ Photo Martin Tresch-Regli/ von links Ruedi Baumann (OK),Brosi Arnold (OK), Fred Tanner (OK), Kari Danioth und Sepp Dahinden (ehemalige Skischulleiter), Astrid Nager Staub (OK).

Homepage: www.skilehrer-andermatt.ch

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