2. Gotthardröhre: Unterlagen des Ausführungsprojekts liegen öffentlich auf

Zum Start der öffentlichen Auflage haben Vertreterinnen und Vertreter des Bundesamts für Strassen (ASTRA) gestern Montagabend in Göschenen die lokale Bevölkerung sowie Behörden und Verbände über das Projekt zum Bau der zweiten Gotthardröhre informiert. Die Pläne sowie der Umweltverträglichkeitsbericht und weitere Unterlagen liegen noch bis zum 4. Juni 2018 auf den Gemeindeverwaltungen von Göschenen, Wassen und Airolo zur Einsichtnahme auf.

Rund 200 Personen nahmen am Montagabend an der Informationsveranstaltung im Bahnhofbuffet Göschenen teil und liessen sich durch die Projektverantwortlichen des ASTRA über die Inhalte des Ausführungsprojekts (AP) ins Bild setzen. Das AP ist eine Weiterentwicklung des Generellen Projekts, welches der Bundesrat Ende November letzten Jahres genehmigt hatte. Es enthält in erster Linie zahlreiche Pläne, welche den Projektperimeter mit vielen Details und Installationen zeigen, sowie den Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) und den technischen Bericht.

Die Bevölkerung sowie die Behörden von Airolo und dem Kanton Tessin sind bereits am vergangenen Donnerstag in Airolo an einer öffentlichen Veranstaltung über das AP informiert worden.

Gemäss UVB treten die relevanten Umweltauswirkungen hauptsächlich in der Bauphase auf. Sind dereinst beide Röhren in Betrieb, sind keine zusätzlichen negativen Auswirkungen zu erwarten, weil die Verkehrskapazität nicht erhöht wird. Auf der Nordseite des Gotthards gibt es in unmittelbarer Nähe des Tunnelportals nur sehr wenige Flächen, die sich für Kompensationsmassnahmen im Sinne des UVB eignen. Der Kanton Uri hat daher in Absprache mit der Gemeinde Göschenen als Kompensationsmassnahme ein Landschaftsentwicklungskonzept im Göscheneralptal vorgeschlagen. Zur Renaturierung der Flachwasserzone im Urnersee können etwa 2,8 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial aus dem Tunnelvortrieb eingesetzt werden.

In Göschenen wird das nordseitige Infozentrum im bestehenden Bahnhofgebäude eingerichtet. Damit werden gute Voraussetzungen geschaffen, dass dieses zu einem Umsteige- und Begegnungszentrum von langfristig regionaler Bedeutung werden kann. Zur Unterbringung der Bauarbeiter wird im Zentrum von Göschenen an der 

Göscheneralpstrasse u.a. ein Gebäude für 90 Personen errichtet, welches nach Abschluss der Arbeiten zu Wohnungen umgebaut werden kann.

Zur Beheizung der Mannschaftsunterkünfte wird vom Fernheizwerk der Heizwerk Gotthard AG eine neue Leitung gezogen, die nach Abschluss der Bauarbeiten bestehen bleibt und zur Beheizung von Wohnhäusern verwendet werden kann. Schliesslich soll eine für die Bauarbeiten nötige Brückenverbindung zum Bahnhof nach Abschluss der Bauarbeiten langfristig als Fussgängerpasserelle zur künftigen Talstation der Luftseilbahn Göschenen-Gütsch beibehalten werden. Östlich des Bahnhofs Göschenen sind ausserdem Schutzmassnahmen gegen Steinschlag und Lawinen vorgesehen, die ebenfalls bestehen bleiben.

 

Verbesserungen auf der Autobahn zwischen Amsteg und Göschenen

Das ASTRA informierte die Anwesenden auch über bauliche Massnahmen, die unabhängig vom Projekt zweite Gotthardröhre zur Verbesserung der Verkehrssituation auf der Autobahn zwischen Amsteg und Göschenen geplant sind. Dabei geht es um die Umgestaltung des Kreisels Göschenen, die Verkehrsdosierung bei den Ausfahrten Wassen, Amsteg und Erstfeld sowie um das Erhaltungsprojekt Amsteg-Göschenen, das voraussichtlich im Jahr 2021 gestartet wird. Dieses enthält u.a. Massnahmen zum Schutz vor Naturgefahren; zudem werden der Belag und die Strassenanlage erneuert. Geprüft wird auch, ob der Lärmschutz den aktuellen Anforderungen noch genügt.

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