Ein Saisonstart mit extremen Herausforderungen

Spitzentag mit 8500 Gästen, aber auch Anlaufschwierigkeiten

«So müsste ein Winter eigentlich immer starten»,ist das erste Fazit der Skiarena. Doch es gibt noch Verbesserungspotenzial, zum Beispiel in der Gastronomie und bei Betriebsabläufen.

17 Prozent mehr Gäste und auch deutlich mehr Umsatz – diese erste Bilanz zieht die Skiarena Andermatt-Sedrun gegenüber dem Vorjahr. Grundsätzlich zufrieden zeigt sich daher auch Silvio Schmid, CEO der Andermatt-Sedrun Sport AG. «So müsste eigentlich ein Winter immer starten», meint er. Es hat Schnee und gute Pisten, neue funktionierende Anlagen, neue Gastronomiebetriebe, die angenommen wurden und neugierige Gäste, die sehen wollen, was über den Sommer gebaut wurde. Klar mehr als 60000 Skierdays hat die Skiarena vom Saisonstarr bis Anfang Januar gezählt. Der Spitzentag dabei: der 31. Dezember mit 8500 Gästen. Ein kleiner Wermutstropfen zwischen Weihnachten und Neujahr:An zwei eigentlich frequenzstarken Tagen war schlechtes Wetter; es kamen weniger Besucher.

«Von null auf zweihundert»
Den Saisonstart bezeichnet Silvio Schmid als eine extreme Herausforderung. «Wir sind bis zum Saisonstart am Bauen gewesen, im Bahn- und im Gastronomiebereich», sagt er. Am einen Tag waren noch Arbeiter in den Restaurants, am nächsten Tag wurden diese von Gästen regelrecht überlaufen. «Das ging von null auf zweihundert, von einem Tag auf den anderen, ohne Probebetrieb. Da gab es natürlich die eine oder andere Anlaufschwierigkeit» , erklärt er. «Nun sind wir am Optimieren und Verbessern». Der Bahnbereich sei nach nun einer Woche gut angelaufen. 1m Gastrobereich wurden ebenfalls schon erste Anpassungen gemacht. Zum Beispiel wurde das Restaurant Nätschen, das bis vergangene Saison Self-Service hatte und nun zunächst auf Bedienung umgebaut worden war, am Dienstag wieder auf Self-Service zurückgestellt, um die grossen Gästezahlen bewältigen zu können. Während die Skiarena im Bahnbetrieb genug Personal habe, habe es beim Gastro-Personal kurzzeitig einen Engpass gegeben, erklärt Silvio Schmid – auch, weil die Skiarena kurzfristig noch das Gasthaus Piz Calmot übernommen hat «Es ist eine Herausforderung, ausreichend Personal zu finden», sagt er.

Toiletten am Bahnhof
Noch seien einige Einrichtungen provisorisch, darunter auch das Iglu auf dem Gütsch oder die Kassen in der neuen Unterführung am Bahnhof, die inzwischen auf drei Stück aufgestockt wurden. Doch das werde Stück für Stück geändert. Auf die Saison 2018/19 soll zum Beispiel die neue Halle auf dem Bahnhofsgelände fertiggestellt sein. In sie kommen unter anderem die Kassen, ebenso die Toiletten. In der Talstation Nätschen sind keine WC-Anlagen vorgesehen, weshalb die Gäste derzeit noch das WC am Bahnhof benutzen müssen.
Gespannt ist Silvio Schmid, wie die Aktion, das Tagesticket in den kommenden zwei Januarwochen für nur 10 Franken zu verkaufen, läuft. Die Grundvoraussetzungen seien schon gegeben, sagt er: Schnee und gute Pisten. Dieses Jahr wurde die flexible Preisgestaltung neu eingeführt. Das System sei gut angelaufen. Doch für Gäste und auch Mitarbeitende sei es
neu. Es brauche ein wenig Zeit, sich an ein anderes Buchungsverhalten zu gewöhnen, noch seien die Gäste ein wenig zurückhaltend. «Doch ich bin überzeugt, dass in den nächsten fünf Jahren alle grossen Schweizer Skigebiete ein solches System haben werden», sagt Silvio Schmid. Im Frühjahr ziehe die Skiarena Bilanz und mache dann gewisse Korrekturen, Ergänzungen und Anpassungen. Doch grundsätzlich findet er: «Ich bin froh, dass wir den Schritt gemacht haben und bin sicher, dass es der richtige Schritt war.» Jahresabos wurden etwas mehr verkauft als im Vorjahr, gut lief auch der Vorverkauf mit der Spezialermässigung von 20 Prozent.
Von den Gästen seien bereits viele Reaktionen gekommen. Sehr positive zu den Anlagen, auch kritische zur Gastronomie – weshalb man auch bereits Anpassungen vorgenommen habe – und zum Preisbereich sowie von Ferienwohnungsbesitzern und Mietern zum 24-Stunden-Regime im Andermatt-Reuss-Parking. Aber, meint Silvio Schmid: «Wenn‘ es so viel Neues gibt, liegt es in der Sache, dass es viele Reaktionen gibt.» Und: «Rückmeldungen von Gästen sehe ich nicht negativ, sondern sie helfen, besser zu werden.» Verbesserungen und Anpassungen gebe es dauernd, so Silvio Schmid. Im Gastrobereich zum Beispiel und in der Optimierung der Betriebsabläufe. Durch den schnellen Start müssen zudem Punkte wie Signalisation und Beschriftung optimiert werden, was nun in der etwas ruhigeren Zeit vor den Sportferien geschehen soll. Bezüglich Parking für Mieter und Eigentümer von Ferienwohnungen sei aber vor allem die Gemeinde Andermatt gefordert, so Silvio Schmid. Auch die hohen Frequenzen beim Dorfbus und beim Gemsstockexpress seien positiv, brächten aber gleichzeitig Kapazitätsprobleme, die gelöst werden müssten.
Positives Fazit der Auto AG Uri Zufriedenstellend verlief laut Michael Roost, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Auto AG Uri, der Start des neuen Schnellbusses von Altdorf via Schattdorf direkt zum Parkplatz 3 (<<Feldküche») und weiter zur Gemsstockbahn in Andermatt. «Nach den ersten neun Fahrten ziehen wir ein positives Fazit», sagt er – auch hin-sichtlich des kurzfristigen Starts des Produkts. Noch seien die Frequenzen recht gering, jedoch benutzten stets zwischen vier und 14 Personen den Schnellbus. «Nun möchten wir die Bekanntheit des Schnellbusses ausweiten. Wir sind von dem Produkt sehr überzeugt», sagt Michael Roost. Recht gut angelaufen ist laut Silvio Schmid auch der Andermatt-Ski-Express von Twerenbolt, vor allem aus dem Raum Aargau waren die Frequenzen gut. Es habe spontane, positive Rückmeldungen von Gästen gegeben, so der CEO: Die Skifahrerinnen und Skifahrer fanden es einfach, auf die Piste zu kommen, und das zu einem attraktiven Preis. Auch dieses Angebot müsse sich weiter herumsprechen.

20 und 50 Skilehrer im Einsatz
Neu ist auch die Kidsarena. Sie ist ein wichtiger Bestandteil, dass die Skiarena zur Familiendestination wird. Am 23. Dezember eröffnet, zog sie bereits sehr viele Einheimische und Gäste an, sagt Ruedi Baumann, der mit Fränggi Gehrig zusammen die neue Leitung der Schneesportschule Andermatt bildet. «Sie ist ein Riesenerfolg.» Sein Fazit: «Wir haben gut gearbeitet und sind sehr zufrieden.» Drei Punkte zählt er dabei auf: die neue Gondelbahn, die neue Kinderarena mit Mattis Kinderrestaurant, und – ganz wichtig – der Schnee vor Weihnachten. «Die Gäste sind dadurch sehr motiviert», freut sich Ruedi Baumann. Auch die Skilehrer sind motiviert und aufgestellt, sagt er. Das Team wurde massivaufgestockt. Auf der Liste stehen 90 Skilehrerinnen und Skilehrer: 20 Saisonangestellte, rund 30 Teilzeitkräfte und zirka 40 Aushilfslehrer. Zwischen Weihnachten und Neujahr waren täglich 20 bis 50 Skilehrer im Einsatz. Ein Teil der Kidsarena ist für die Skischule reserviert, der Rest öffentlich. Während junge, meist einheimische Skilehrer die Kinderklassen unterrichten, kümmern sich erfahrene Lehrer um VIP-Gäste aus dem «Chedi». Ab 8. Januar stehen zwei Wochen lang einheimische Vorschulkinder im Mittelpunkt, so Ruedi Baumann: Sie bekommen dann Skiunterricht zum Spezialpreis. Eine Pro-gnose zum Rest der Saison? «Ich bin zuversichtlich», sagt Silvio Schmid. Der Start war gut. Entscheidend sei nun das Wetter an den Januarwochenenden und während der Sportferien.

Urner Wochenblatt, Freitag, 5. Januar 2018
Elisa Hipp

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