Mit der Sechsersesselbahn am Gemsstock wird gestartet

Im Juli können die Bauarbeiten für die Skigebietserweiterung starten. Zuerst wird die neue Anlage auf dem Gursehen gebaut. Insgesamt werden in diesem Jahr rund 25 Millionen Franken investiert.

Martina Tresch-Regli

Die Freude bei der Andermatt-Sedrun Sport AG ist gross. Denn die erste Baubewilligung für eine neue Skianlage in der Skiarena Andermatt-Sedrun ist eingetroffen. Das ist nun der Startschuss für die Skigebietserweiterung. Die Bewilligung betrifft eine Anlage am Gemsstock. Und zwar wird auf der Gurschenalp ein Sechsersessellift mit Hauben gebaut. Die neue Anlage wird rechts vom bestehenden Zweiersessellift realisiert und ersetzt diesen sowie den Bügellift. Sofern innerhalb der 30-tägigen Frist keine Einsprache gemacht wird, werden die Arbeiten auf dem Gursehen schon bald starten: «Die Vorbereitungsarbeiten sind bereits am Laufen. Anfangs Juli wollen wir dann mit dem Bau der Anlage beginnen», sagt Silvio Schmid, Direktor der Andermatt-Sedrun Sport AG.

Baubewilligung für Anlage auf dem Oberalp fehlt noch
Noch keine Baubewilligong liegt jedoch für die neue Sechsersesselbahn Oberalp-Calmut vor. «Doch auch diese sollte noch im Juni eintreffen. Die Signale vom Bundesamt für Verkehr sind auf jeden Fall gut», erklärt Silvio Schmid weiter. Er hofft, dass dort die Arbeiten im August starten können. Auf dem Oberalppass wird in den nächsten Monaten eine Beschneiungsanlage entlang der Piste Calmut-Oberalp realisiert. Weiter ist zwischen An- dermatt und Gurschen in diesem Jahr geplant, die Beschneiungsanlage entlang der Talabfahrt zu bauen. Auch für die beiden Beschneiungsanlagen feh- len noch die nötigen Bewilligungen. «Wir gehen auch hier davon aus, dass wir bald starten können, damit im nächsten Winter die neuen Anlagen in Betrieb genommen werden können», sagte Silvio Schmid anlässlich der Dialogveranstaltung in Andermatt am vergangenen Donnerstag. Insgesamt sollen in diesem Jahr ungefähr 25 Millionen Franken in der Skiarena investiert werden. – Die gesamte Skigebietserweiterung beinhaltet den Neubau oder Ersatz von 14 Anlagen in der Skiarena Andermatt-Sedrun. Die Skierdays sollen von heute rund 353000 auf 600000 im Jahr 2020 erhöht werden.

Standortfrage für Talstation geklärt
In der ersten Ausbauphase der Skigebietserweiterung werden insgesamt 130 Millionen Franken investiert. In diesem Ausbauschritt wäre auch die Gondelbahn Andermatt – Nätschen vorgesehen. Doch diese Anlage kommt definitiv noch nicht in diesem Jahr zu stehen. Für Verzögerungen sorgt die Standortfrage: Eigentlich hätte die Talstation der Gondelbahn direkt beim Bahnhof Andermatt realisiert werden sollen. Doch weil bei der geplanten Skiunterführung in Bezug auf die Umsetzbarkeit technische Probleme auftauchten und weil die Unterführung als zu gefährlich erachtet wurde, ent- schieden sich die Projektverantwortlichen, einen neuen Standort für die Talstation zu suchen. «Diesen haben wir nun gefunden», erklärte Silvio Schmid am Donnerstag. Und zwar solldie Talstation definitiv auf der Ostseite, direkt neben dem Zeughaus, realisie werden. Das bedeutet, dass Skigäste vom Bahnhof zuerst auf die andere Strassenseite gelangen müssen, um die Gondelbahn Andermatt-Nätschen zu erreichen. «Die genaue Umsetzung ist noch nicht klar. Sicher ist aber, dass ausschliesslich die Talstation selbst auf dem Areal der Kaserne zu stehen kommt», so Silvio Schmid. Alles Weitere wie Schliessfächer oder Geschäfte seien nach wie vor im neuen Bahnhofsgebäude vorgesehen.
Ein Einheimischer warf den Projektverantwortlichen vor, dass dies die falsche Entscheidung sei und durch den neuen Standort das Militär nach und nach verdrängt werde. «Wir sind der Ansicht, dass dies die richtige Lösung ist», entgegnete Silvio Schmid. «Ausserdem ist die Armasuisse ein- verstanden mit diesem Standort für die Talstation», führte er aus. Man arbeite nun mit Hochdruck daran, die Realisierung der Gondelbahn Ander- matt-Nätschen voranzutreiben. Vorgesehen ist, die Bahn im Winter 2016/17 in Betrieb zu nehmen.

Bahnhof Nätschen verzögert sich
Ein Bauvorhaben der Matterhorn- Gotthard-Bahn wird sich verzögern: Eigentlich hätten noch in diesem Jahr die Bauarbeiten am Bahnhof Nätschen starten sollen (UW vom 25. März). So hätten 2015 die Unterführung und das Trassee der neuen Linienführung vorbereitet und die Kabelblöcke erstellt werden sollen. Im nächsten Jahr wären Gleisunter- sowie der Gleis- oberbau, die Fahrleitungen und das Stellwerk an der Reihe gewesen. Anfang Juni wollte die MG- Bahn die Arbeiten aufnehmen und bis im Herbst 2016 abschliessen. Doch nun starten die Arbeiten voraussichtlich erst im Frühjahr 2016. Zwar sei diese Verzögerung für die Matterhorn-Gotthard-Bahn nicht tragisch, denn: «Aus operativen oder gar sicherheitstechnischen Aspekten hat die Verspätung keinerlei Auswirkungen auf den Betrieb», erklärt Mediensprecher Ian Bärwalde auf Anfrage. «Unabhängig davon wäre es aus Sicht der MG-Bahn sicher begrüssenswert, baldmöglichst Planungssicherheit zu haben», führt er aus. Für die Verzögerung verantwortlich ist zum einen eine hängige Einsprache einer Privatperson. «Zum anderen ist für die Projektumsetzung die finale Verabschiedung der Linienführung erforderlich», führt Jan Bärwalde weiter aus.
Auch beim Bahnhof Andermatt können die Arbeiten voraussichtlich nicht vor dem Herbst 2016 beginnen. Dort ist geplant, das Gleisfeld von heute vier auf neu sechs Gleise zu verbreitern. Ausserdem soll der gesamte Bahnhof überdacht werden und das heutige Bahnhofsgebäude soll einem Neubau weichen. Insgesamt werden beim Bahnhof Andermatt in den nächsten Jahren knapp 75 Millionen Franken investiert. (mr)

Urner Wochenblatt, Samstag, 13. Juni 2015

Bieldquelle: Bergstimme

 

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