Keystonefotograf Urs Flüeler fotografiert mit Leidenschaft in Uri

Diverse Artikel in Tageszeitungen, Onlinezeitungen und viele mehr, die wir täglich lesen, werden mit Fotos von Urs Flüeler ergänzt. Diese Pressebilder beziehen die Medien über die Fotoagenturen wie Keystone. Urs Flüeler gibt im Interview mit der Bergstimme einen Einblick in seinen Werdegang und seine Arbeit im Urnerland.

Wer sind Sie Herr Flüeler?
Nun,ich bin 48 Jahre alt. Meine Geschichte ist schon fast ein Buch. Als in der 6. Klasse die Berufswahl ein Thema wurde, ging ich zum Berufsberater. Ich wollte da schon Fotograf werden mit Ausslandeinsätzen etc. Doch dies wurde mir nicht empfohlen, man könne dies nicht einfach so lernen und es sei sowieso zu teuer. So habe ich dann 3 Jahre bei meinem Vater im Baugeschäft die Lehre in Stansstad absolviert.  1990 hab ich während einem Auslandsjahr bei meinem Cousin in  Vancouver gewohnt und bei einem Italiener auf dem Bau gearbeitet. Zwischendurch reiste ich nach Alaska  und mit dem Auto durch Mittelamerika. Da ist die Fotografie wieder auferstanden. Zu meiner Firmung habe ich ein Kamera bekommen, die war mir aber nicht gut genug. Ein Ferienjob machte es mir möglich, eine neue Kamera zu kaufen. Es war dazumal die Canon A1. Ich habe sie dann bis nach der Lehre nie mehr gebraucht. Zurück in Kanada kam die Canon A1 auf meiner Reise wieder zum Einsatz. Die ersten 2 Filme habe gleich entwickeln lassen. Die Bilder waren aber alle sehr dunkel, ich konnte fast nichts  erkennen. Sie waren alle unterbelichtet. So habe ich dann gelernt, die diversen Einstellungsmöglichkeit zu nutzen. Es hat mich wieder völlig gepackt. Die ersten schönen Reisefotos sind so in Mittelamerika entstanden. Nach dem Auslandsjahr bin ich wieder in die Schweiz zurückgekehrt, wo ich aber schon 1 Jahr danach wieder auf Reisen ging. Vietnam und Sambia waren dazumal das Ziel. Bis heute habe ich 72 Länder bereist und so entstand die Reisefotografie. Jetzt bin ich praktisch nur noch in der Innerschweiz tätig. Der Beruf als Fotograf entstand wirklich nach dem Moto “Learning by doing”. Canon war lange als Kamerasystem mein Begleiter. 2013 hab ich dann aber zu Nikon gewechselt.

Wie arbeiten Sie, als Freelancer komplett selbständig oder vor allem für Keystone?
Ich arbeite nur für Keystone. Z.B. alle Fotos die in und um Andermatt entstehen sind für die Fotoagentur Keystone.

Schlagen Sie auch Themen vor oder erhalten Sie ein Assignment je nach täglichen Gegebenheiten?
Nun, Keystone Zentralschweiz besteht aus einem Zweierteam, Sigi Tischler und ich. Ab August ist Alexandra Wey für Sigi Tischler im Einsatz. Bei der Arbeit gibt es dann einfach die Termine die gegeben sind wie Sport, Politik, Wirtschaft und z.B. Konzerte. Dazu sind wir dann in unserem Gebiet zuständig und forschen auch nach was in div. Printmedien oder auch Lokalradios läuft. Also einfach immer die Ohren offen halten. Es können aber auch Wetterbilder sein, die wir mal zwischendurch einfangen. Ideen für ein Thema können wir aber auch vorschlagen. Alle Bilder die wir herstellen, gelangen dann in das Bildarchiv von Keystone wo  zahlende Mitglieder wie Tageszeitungen und deren Bildredaktoren Zugriff haben. Und so landen dann die Fotos in Tageszeitung, Onlinemedien etc.

Welche Themen sind Ihre Schwerpunkte oder Spezialitäten in der Fotografie?
Ich würde sagen die Pressefotografie ist eines meiner Spezialgebiete, sowie die Reisefotografie. Doch die Reisefotografie ist eine private Sache.

Ihr Name findet sich immer wieder in Verbindung mit der Region Andermatt / Gotthard / Sedrun. Fotos mit Themen wie: Lawinensprengungen, Skilifte, Andermatt etc sind zu finden. Haben Sie einen speziellen Bezug zu dieser Region. Beruflich und auch Privat?
Da ich ja Innerschweizer bin hab ich schon den natürlichen Bezug zum Kanton Uri. In der Regel werden Keystone Fotografen ausgewählt die in Ihren Aufgabengebieten schon aufgewachsen sind. Privat hab ich aber schon Beziehung ins Urnerland. Seit 1980 hat unsere Familie im Meiental ein Ferienhaus. Dadurch bin ich immer wieder beruflich und privat im Urnerland, sowie in Andermatt und dem Gotthardgebiet unterwegs.

In der heutigen digitalen Fotografie besteht die Gefahr des Kopierens vom Internet. Wie schützen Sie Ihre Arbeiten und was empfehlen Sie?
Nun, die Bilder die ich für Keystone herstelle sind durch die Sicherheitsmassnahmen von Keystone geschützt. Privat sind meine Bilder auf meiner Website in einer kleinen Grösse mit digitalen Watermarks geschützt.

Wann haben sie angefangen ausschliesslich digital zu fotografieren?
Die Reisefotografie entstand noch auf analogem Film. 1996 erhielt ich den ersten Keystone Auftrag, der auch noch auf analogem Film entstand. 2001 wechselte ich auf die erste digitale Kamera.

Vermissen Sie die analoge Fotografie?
Nein, gar nicht. Für mich ist der Inhalt des Bildes viel wichtiger. Im Kinobereich verstehe ich ein Wiederaufleben oder zumindest ein Weiterleben des analogen Films.

Hatten Sie Vorbilder nach denen Sie sich ausrichteten?
Eigentlich nicht, schöne Bilder zu machen ist mir wichtiger als Vorbilder von Fotografen zu haben. Andere Fotografen irritieren mich eher, es kommt mir dann vor ich würde evtl. was kopieren. Ich lege viel lieber Wert auf meinen eigenen Stiel.

Wen würden Sie gerne mal Fotografiere?
Ich fotografiere immer wieder Persönlichkeiten. Dies ist oft die erste Frage die mir gestellt wird. Wir haben ständig Stars vor der Linse wie BB King, Michail Gorbatschow etc. So oder so haben wir als Pressefotografen nie wirklich die Change die Persönlichkeiten kennen zu lernen. Harry Belafonte hat beim 65. Internationalen Filmfestival in Locarno alle persönlich gegrüsst, das ist aber äusserst selten.

Was sind ihre Eindrücke und Erfahrungen über Andermatt
Viele, aber eines der eindrücklichsten Fotos die ich gemacht habe ist von Herrn Samih Sawiris. Es war eines der ersten Male wo er Andermatt besuchte. Sawiris war in einem Kuhstall und trank einen Becher frischer Kuhmilch. Ich glaube es war sogar eines der ersten Bilder von ihm in Andermatt.

Bilder von Urs Flüehler sind unter diesem Link bei Keystone zu finden. Hier auch gleich die Bilder von Samih Sawiris

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