Andermatt bleibt ein Motor für die Urner Wirtschaft

Urner Kantonalbank rechnet für 2015 mit einem Wirtschaftswachstum von 2 Prozent

Das Gastgewerbe wird auch im kommenden Jahr deutlich an Wertschöpfung zulegen. Gemäss Prognose dürfte sich auch der Bausektor in Uri nach einem schwächeren 2014 erholen.

Die Urner Wirtschaft wird im laufenden Jahr um 1 Prozent, im kommenden Jahr gar um 2 Prozent wachsen. So lauten die Konjunkturprognosen der Firma BakBasel, welche von der Urner Kantonalbank (UKB) am Donnerstag, 20. November, der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Zwei der Motoren für das anhaltende Wirtschaftswachstum in Uri sind dabei das Tourismusresort in Andermatt sowie die anlaufende Erweiterung des Skigebietes Andermatt-Oberalp-Sedrun. «Andermatt wirkt!» lautet denn auch das Fazit von Urs Traxel, dem Vorsit- zenden der Geschäftsleitung der UKB, zu den Konjunkturprognosen.

Gastgewerbe im Plus

Bestes Beispiel dafür ist das Gastgewerbe, das im laufenden Jahr um rund 8 Prozent zulegen dürfte. Auch für das kommende Jahr rechnet die UKB in diesem Bereich mit einem über- durchschnittlichen Wachstum von 4,5 Prozent. «Allerdings startet das Gastgewerbe von einem tiefen Niveau, was die reale Wertschöpfung betrifft», relativiert Urs Traxel. Zudem ist das Wachstum innerhalb des Kantons ungleich verteilt. Während die Logiernächte im Oberland nach der Eröffnung des Hotels The Chedi deutlich angestiegen sind (+22,6 Prozent), gingen sie 2014 im Urner Unterland leicht zurück. «Eine Steigerung der Zahl der Logiernächte wirkt sich positiv sowohl auf das Gastgewerbe wie auch auf die Zulieferer der Hotels aus», betont Urs Traxel die Wichtigkeit dieser Kennzahl. Auch der Handel profitiere vom Aufschwung im Tourismus, hält die UKB weiter fest. Für das laufende Jahr ist in diesem Sektor ein Wachstum von 2,7, für das kommende Jahr eines von 2,2 Prozent vorausgesagt.
Der Bezug der ersten Apartmenthäuser des Tourismusresorts sowie die Fertigstellung der Residenzen beim «Chedi» dürften Andermatt für die kommende Saison noch mehr Gäste- bringen, sind die Studienverfasser von BakBasel überzeugt. Deshalb werde der Gastrosektor in Uri auch deutlich über dem schweizerischen Schnitt wachsen.

Bausektor wächst leicht

Das nahende Ende der Grossbaustellen bei der Neat wie auch beim «The Chedi» wirken sich allerdings negativ auf die Wertschöpfung im Baugewerbe aus. Nach einem Rückgang von 4,8 Prozent im laufenden Jahr dürfte es dennoch aufgrund diverser kleinerer Projekte – insbesondere im Hochbau – wieder aufwärts gehen. Allerdings erlebte das Urner Baugewerbe in den vergangenen Jahren einen eigentlichen Höhenflug, so das Fazit der Studienverfasser. Nun schwäche sich diese Dynamik zwar ab, heisst es in der Prognose. Dennoch bleibt der Bausektor einer der grössten Wertschöpfungsbranchen in Uri.
Der Energiesektor dürfte ebenfalls von der Dynamik in Andermatt profitieren und im kommenden Jahr die Wertschöpfung um 2,3 Prozent steigern. Einen weiteren Aufschwung er- warten die Studienverfasser und die UKB auch bei den im Export tätigen Urner Firmen. Die positiven Signale aus dem US-Markt dürften insgesamt zu einer positiven wirtschaftlichen Dynamik führen. Firmen wie die Dätwyler AG werden gemäss Prognose davon profitieren und ihre Exporte steigern können. Vorausgesagt wird für die Kunst- und Investitionsgüter- industrie ein Wertschöpfungswachsturn von 2,3 Prozent.

Rückgang bei der Landwirtschaft

Wenig Neues sagen die Konjunkturprognosen für die Land- und Forstwirtschaft voraus. So dürfte die Wertschöpfung in Uri im laufenden Jahr um 2,2 Prozent zurückgehen. Ein Trend, der seit Jahren festzustellen ist und auch in der kommenden Dekade anhalten dürfte. Allerdings schwächt sich der Rückgang in den kommenden Jahren wohl etwas ab. Das geringe, aber anhaltende Wirtschaftswachstum zeigt Folgen im Arbeitsmarkt. So bleibt die Zahl der Arbeitslosen im Kanton Uri auf einem sehr tiefen Niveau. Die Zahl der Erwerbstätigen indes steigt kontinuierlich an.

Prognosen zurzeit unsicherer

Die Prognosen der BakBasel werden im Halbjahrestakt den aktuellen Entwicklungen angepasst. Dabei zeigt sich, dass die Voraussagen für 2015 «unsicherer und schwieriger sind als auch schon», wie Urs Traxel am Mediengespräch ausführte. Der Grund dafür ist die weltweite Vernetzung der Wirtschaft. So beeinflussen die Kriege in Irak und Syrien, der schwelende Konflikt in der Ukraine oder auch die finanzielle Lage der Euroländer auf kaum vorhersehbare Weise die Schweizer Wirtschaft. Allein innerhalb des Jahres 2014 halbierte die BakBasel etwa die Wachstumsprognose für den Kanton Uri. Bei allen Unsicherheiten gilt es aber festzuhalten: Die Wachstumstendenzen für jede einzelne Branche wurden korrekt vorausgesagt.

Ralph Aschwanden Urner Wochenblatt, Samstag, 22. November 2014

Bildquelle: Bergstimme

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