Matterhorn-Gotthard-Bahn fährt zügig in die Zukunft

Die Matterhorn-Gotthard-Bahn verbaut in den nächsten Jahren im Kanton Uri weit über hundert Millionen Franken. Dabei wird unter anderem die Bahnstation Nätschen näher ans Skigebiet verlegt.

MARKUS ZWYSSIG markus.zwyssig@urnerzeitung.eh

400 Millionen Franken – so viel Geld hat die Andermatt Swiss Alps AG bereits in das neue Tourismusresort im Ursern­tal gesteckt. Ist das Projekt dereinst fertig gebaut, dürften es über eine Mil­liarde Franken sein. Auch die Matter­horn-Gotthard-Bahn (MGBahn) inves­tiert in den nächsten Jahren einiges in die Region.
Neben dem Bahnhof Andermatt, soll die Haltestelle am Nätschen erweitert und modernisiert werden. Die genaue Investitionssumme kann noch nicht beziffert werden. «Wir befinden uns in der Planungsphase», sagt Melanie Truffer, Mediensprecherin der Matter­hom-Gotthard-Bahn, Auch der genaue Terminplan steht noch nicht fest. Truf­fer verspricht jedoch: «Das Auflagepro­jekt wird noch in diesem Jahr beim Bundesamt für Verkehr eingereicht.»

Bahnhof zügelt 300 Meter
Die Investitionen sind dringend nötig. «Die Bahnanlagen und die Infrastrukturen müssen erneuert werden, da sie vor allem auch im Hinblick auf das Tourismusresort nicht mehr zeitgemäss sind», so Melanie Truffer. «Insbesondere die Gleisanlagen sind am Ende der Lebensdauer angelangt. Und auch bei der Bahnhaltestation Nätschen drängen sich umfassende Neuerungen auf.»
Sicher ist: Der bisherige Bahnhof Nät­sehen wird abgerissen. Dieser wird rund 300 Meter in Richtung Andermatt ver­schoben. Das hat sich aufgrund einer Machbarkeitsstudie der Bahn als am sinnvollsten erwie­sen. «Die Matter­ horn-Gotthard­ Bahn bezieht dabei die geplanten neu­en Skianlagen auf dem Nätschen mit ein», erklärt Truffer. Die Schneesportler
sollen inskünftig mit der Bahn einfach zu den Skiinfrastrukturanlagen und zum neuen Kinderskigebiet gelangen. Ge­plant ist der Bau der neuen Bahn Haltestelle Nätschen in der Nähe der neuen Mittelstation der Skianlage. Beim Bahn­hof gibt es neu zwei Gleise mit Aussen­perrons. Das Stellwerk wird erneuert. Durch die geplante neue Streckenfüh­rung der Bahn gibt es mehr Platz für das geplante Kinderskigebiet. Dieses kann entsprechend grösser gebaut wer­den. Noch ist offen, was mit dem kleinen Restaurant geschieht, das direkt beim Bahnhof steht. «Es ist nicht Bestandteil unseres Projekts», sagt Truffer.
Neben dem Gebiet Nätschen und dem Bahnhof Andermatt stehen bei der Mat­terhorn-Gotthard-Bahn noch weitere Investitionen an. Bahnübergänge auf dem Urner Abschnitt der Matterhorn­ Gotthard-Bahn werden saniert. Und der Furkatunnel wird bis ins Jahr 2022 er­neuert. Dabei handelt es sich um das grösste Investitionsprojekt in der Ge­schichte der Matterhorn-Gotthard-Bahn.
An Unterstützung fehlt es nicht. So hat der Urner Landrat für die Infrastruktur Vorhaben der Bahn bis 2016 vor einem Jahr einen Kantonsbeitrag von rund 5,2 Millionen gesprochen. Das gesamte Investitions­volumen beläuft sich für die Zeit bis 2016 auf 171,7 Millionen Franken. Der Bund be­teiligt sich mit 119,6 Millionen, der Kanton Wallis mit 43,1 Millio­nen und der Kanton Graubünden mit 3,8 Millionen Franken. Das Geld wird gebraucht für verschie­dene Projekte, Investitionen und Be­triebskosten bei Fahrbahn, Fahrleitung, Bahnhöfen, Brücken und Tunnels. Da­ von profitiert das Streckennetz der Matterhorn-Gotthard-Bahn auf einer Länge von 144 Kilometern zwischen Disentis und Zermatt.

Gemeinsames Vorgehen
Die Matterhorn-Gotthard-Bahn und die Anderrnatt-Sedrun Sport AG (ASS) haben bezüglich Entwicklung des Bahnhofgebiets Andermatt und der Talstation der geplanten Gondelbahn Andermatt­ Nätschen-Gütsch sowie weiterer Immobilien Projekte ein gemeinsames Vor­gehen beschlossen. Dies wurde in einer Vereinbarung festgelegt. Die Bahn und die ASS haben die Entwicklungsgesell­schaft Bahnhofgebiet Andermatt mit je einer 50-Prozent-Beteiligung gegründet. Der Bahnhof wird durch die MGBahn, die Talstation durch die ASS realisiert. Die MGBahn wird sich an der Personen Unterführung mit 2 Millionen Franken beteiligen. Die übrigen Kosten der Personen – und Skiunterführung werden von ASS und öffentlicher Hand (Gemeinde und Kanton) getragen.

Fünf Bahnübergänge verschwinden
Die Matterhorn-Gotthard-Bahn arbei­tet aber auch sonst an der Sicherheit des Streckennetzes. So ist geplant, fünf der insgesamt 42 Bahnübergänge im Kanton Uri – viele davon sind unbe­wacht – aufzuheben. Auch die übrigen Bahnübergänge in Uri sollen bis Ende 2014 – unter anderem dank Lichtsignal­ anlagen – sicherer werden.

60 Millionen für Andermatter Bahnhofareal

Der Bahnhof Andermatt erhält in den nächsten Jahren ein neues Aussehen. So soll die gesamte Gleisanlage erneuert, eine Gleisüberdachung, eine neue Bahn­hofshalle, eine Personenunterführung und die Unterführung zu den Ski Anlagen neu gebaut werden.
Da die Matterhorn-Gotthard-Bahn ihren Boden auf der Südseite des Gleisfeldes im Zuge des Quartierge­staltungsplans verliert, wird ihr die entsprechende Fläche auf der gegen­ überliegenden Seite teilweise zuge­sprochen. Dafür werden die bei den Norrnhallen der Armasuisse abgeris­sen. Hier soll in Zukunft auch das Betriebsgebäude zu stehen kommen. Die Arbeiten haben zum Teil bereits 2012 begonnen, und zwar mit dem Bau des Vorbahnhofs Richtung Göschenen. Der Bau der beiden Unter­führungen soll in diesem Jahr in An­griff genommen werden. Ziel ist es, diese Bauwerke auf die Wintersaison 2015/16 hin fertigzustellen. Die In­vestitionen beim Bahnhof Andermatt dürften sich auf rund 60 Millionen Franken belaufen.

Zentralschweiz am Sonntag, 5. Januar 2014

Bahnhof als Aushängeschild

Der Bahnhof Andermatt ist ein wichtiger Knotenpunkt. Für Sawiris‘ . neues Ferienresort hat er eine grosse Bedeutung. Als Haltestelle für den Glacier-Express soll er ein entspre­ chendes Aushängeschild sein. «Uns war schon lange klar, wie wichtig der Bahnhof Andermatt ist», sagt MGBahn­ Mediensprecherin Melanie Truffer. «Mit unseren Investitionen können wir dem nun besser gerecht werden.»

Bildquelle: Bergstimme 2013

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