Franz Weber zum Zweiten!

Erst kürzlich vermeldete die Presse, dass Franz Weber die Einsprachen gegen den Bau der 42 Appartementhäuser fallengelassen hat. Jetzt will er den Bau der 24 Luxusvillen verhindern, sofern sie nicht als Erstwohnung genutzt werden. Grünes Licht dafür erhielt Franz Weber diese Woche vom Bundesgericht. Es entschied, Helvetia Nostra sei gegen Baubewilligungen von Zweitwohnungen beschwerdeberechtigt.


Für Sawiris könnte dies ein jahrelanger Rechtsstreit bedeuten, währen dem er kaum Villen verkaufen kann. Falls Helvetia Nostra mit der Einsprache gegen den Bau von Villen vor Gericht durchdringen sollte, würde dies die Gesamtrendite des Resorts erheblich schmälern. Sawiris gibt sich aber wie immer optimistisch und meint, dass der Bau der Villen immer noch möglich sei, denn er erfülle die Übergangsverordnung zur Zweitwohnungsinitiative. Er findet, er habe einen Rechtsanspruch auf vollständige Fertigstellung des bewilligten Resorts. Durch die Zweitwohnungsabstimmung seien die verfassungsmässige Besitzstandsgarantie und der Grundsatz von Treu und Glauben nicht ausser Kraft gesetzt worden. Zudem habe der Bundesrat den Verkauf des Bodens und die Ausnahme von der Lex Koller mit der Bedingung verknüpft, dass das gesamte Resort realisiert wird, inklusive Villen.

Einfluss könnte diese neue Attacke von Franz Weber auch auf andere Projekte im Urserntal und der Surselva haben. Betrachtet man die Villen, das Resort, die Skigebiete, das Sportzentrum, das Fernwärmeprojekt, das Dorf Andermatt, das Urserntal und die Surselva nicht nur als Einzelteile sondern als Teile eines vernetzten Ganzen, so bedeutet der Eingriff an einem Teil immer auch eine mehr oder weniger starke Auswirkung auf die anderen Teile. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt, wo vieles noch in der Projektphase steckt, könnten solche Drohungen und Einsprachen von Weber und auch von den Urner Umweltverbänden zwei Regionen in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung massiv negativ beeinflussen. Mit allem Verständnis für die Anliegen des Natur- und Umweltschutzes muss hier gesagt werden, dass es nicht darum gehen kann, einzelne Projekte zu bekämpfen. Das berechtigte Anliegen zur Erhaltung der Natur muss mit den existentiellen Bedürfnissen zweier Regionen und seiner Bewohner sehr sorgfältig in die Waagschale gelegt werden.

3 Comments on “Franz Weber zum Zweiten!

  1. hier geht es doch nicht mehr wirklich um umwelt und natur. es geht meines erachtens um schiere schikaniererei und „wer gewinnt“.und herr weber und konsorten treffen nicht nur herrn saviris, sondern viele arbeitnehmer, kleinunternehmer, anwohner von andermatt. auch ich bin ganz der meinung des schreibers, man soll und muss der umwelt sorge tragen, schon unserer kinder und enkelkinder willen. aber das? unsinnig und einer offen sein wollenden schweiz unwürdig.
    b.e.

  2. Was man auch immer von der Zweitwohnungsinitiative halten mag, so besteht in Andermatt doch die Situation, dass alle Absprachen, Bewilligungen und Zusagen von Behördenseite lange VOR der Annahme der Zweitwohnungsinitiative liegen.

    Dem Aktionismus eines Herrn Franz Weber kann man –möchte man es sehr wohlwollend ausdrücken- maximal seinen Altersstarrsinn zu Gute halten. Durch jahrzehntelanges Initiieren und Demonstrieren –auch für gute Dinge- hat sich bei ihm eine grundsätzliche Dagegenhaltung manifestiert.

    Sollte der Vorstoß von Herrn F. Weber auch nur den Hauch einer Erfolgsaussicht haben, dann muß man sich in der Schweiz keine Gedanken mehr über Investoren machen, die bleiben dann aus.
    Wären die bisherigen Investitionssummen nicht so hoch und wäre die Willenskraft von Samih Sawiris nicht so ungebrochen, würde man den Schweizern auch gerne die “ewige unfertige Baustelle als Mahnmal“ wünschen.

    Wie möchte man investitionswilligen Menschen aus dem In- und Ausland klar machen, dass die Schweiz ein Land mit Rechtssicherheit ist. Vorgehensweisen wie die aktuellen, möchte man doch eher bei Nordafrikanischen Regierungen vermuten.

    Wünschen wir uns allen, dass die weltbekannte Werbeaussage von Ricola nicht auch eines Tages für –Rechtsunsicherheit, Made in Switzerland- als TV-Spot zu sehen ist.

    Zur Erinnerung, hier der >Ricola Finnen Spot<:
    http://youtu.be/zAoDzIsx03E

    Ich wünsche ALLEN, dass es zu einer tragfähigen Einigung und einem langfristigen Erfolg wird!

    • Steinboch 2012
      Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Genug der ewigen Verhinderern. Früher jagte man die Vögte aus dem Land und heute????
      Was soll um Himmelswillen im Tal noch alles verhindert werden, nachdem die Armee uns jahrzentelang verhinderte.
      Ich verfolge die ganze Entwicklung bei euch sehr nahe und freue mich über jeden Erfolg. Bin halt immer noch ein Andermatter.
      Liebe Grüsse vom schönen Untersee.
      Peter Wenger

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