Übungsszenario: Gondelabsturz im Riental / Göschenen-Gütsch

Übung Cristallo Joint – Grossalarm: Absturz der Riental Seilbahn Göschenen, zirka 20 Patienten zum Teil schwer verletzt.
Da die Rega bei einem anderen Auftrag beschäftigt war, übernahm das Militär den Einsatz. Mit im Einsatz waren: ein Zug Durchdiener der Sanitätssoldaten der SAN Schule Airolo, ein Lufttransport Detachement mit zwei Superpumas und zwei Eurocopter, ein Detachement Gebirgsspezialisten mit Standort in Andermatt und als Patienten standen Mitglieder des Samaritervereins Ursern zur Verfügung.

Live dabei:
Treffpunkt 08.00 Notspital Andermatt. Wir wissen, dass heute eine grosse Übung des Militärs stattfindet und dass wir Verletzte spielen sollen. Zirka 20 Samariter werden von Herbert Danioth und Jovita Bonetti professionell zu Verwundeten geschminkt. Zum Teil sehen wir fürchterlich aus. Dann heisst es LVS (Lawinenverschüttetensuch-Gerät)und Lunchpaket fassen. Einsatz bis ca. 15.00 Uhr.

Wir haben noch Zeit für einen Kaffee in der Cantine „Cucina Macolina“. Schock für den Koch, so schnell er kann, düst er in die Küche um den Arzneikoffer zu holen. Der Schock steht im noch im Gesicht, als er sah, dass das nicht echt war.. … so echt sehen wir aus!

10.00h bereitstellen. Die ersten vier Figuranten, mit Helm und Klettergerüst ausgerüstet, werden zuerst ins Einsatzgebiet geflogen. 10.15h der Super Puma landet, einsteigen, 16 Personen haben Platz, wir müssen auf den nächsten Transport warten. Wauw, Andermatt von oben und das mit diesem Wetter, strahlend blauer Himmel, diese Aussicht! Ziel ist das Riental ob Göschenen. Zuvor wurden wir instruiert, wie wir uns beim Heli besteigen und aussteigen verhalten müssen. Der Heli kann auf dem Schnee nicht landen und wir müssen schwebend aussteigen – alles gut festhalten und sofort auf den Rucksack sitzen, damit der Heli wieder wegfliegen kann.
Das Gelände, wo er uns absetzt ist sehr schwierig – Nassschnee, wir sinken ein. Wir begeben uns in die Nähe des Waldes und verteilen uns in drei Gruppen. Einige von uns tragen Täfelchen mit dem Verletzungsgrad, damit die Sanitäter erkennen wie sie behandeln müssen. Wiederum andere sind frei und spielen die Rolle, die Ihnen durch die Art der Schminke zugeteilt wurde. Ich habe eine böse Kopf- und Nasenverletzung und liege bewusstlos auf einem Stein. Aus dem Wald unterhalb von mir stöhnt jemand, ein anderer ist in einem Baum hängengeblieben. Die Situation präsentiert sich wie echt.
Die ersten Helfer treffen ein, sie sind für die „Triage“ verantwortlich. Sie analysieren die Situation und stellen fest, wer Soforthilfe braucht. Der Stein fühlt sich langsam hart an – es ist unbequem. Nur nicht bewegen. Die Sonne versteckt sich hinter den Wolken und ein kühler Wind kommt auf. Wo sind die Wolldecken? Oberhalb von mir sind schon einige am durchstöbern des Lunchpakets. Sie wurden bereits verarztet und verbunden. Ich werde als „Urgent“ eingestuft. Jemand verbindet mir den Kopf und versucht mich anzusprechen, ich stelle mich bewusstlos und warte.
Ich höre, dass eine Frau in Panik ausbricht und ihre Kinder sucht. Ich erwache aus meinem „Koma“, der Kopf tut weh, mir ist schlecht, ich möchte aufstehen. Jemand hält mich zurück und ruft den Sanitäter. Er checkt mich ab und lässt mich liegen. Wieder warten – wo sind die Wolldecken?
Die Sonne hat Erbarmen mit uns und wärmt uns wieder auf. Ein Heli nach dem anderen landet und bringt Rettungsleute ins Absturzgebiet. Zuerst kommen die Sanitäter. Sie treffen eine super schwierige Situation an, tiefer Nasschnee, sie sinken ein. Wo sind die Gebirgsspezialisten?  Mit der Zeit treffen auch sie ein und unterstützen die Sanitäter. Wir sind gerettet.
Meinem Kopf geht es schon viel besser – laufen geht auch wieder. Die Leichtverletzten werden wieder zurück zum Einstiegsort des Helis geschickt. Der Heli landet und bringt weitere Helfer  mit Material ins Katastrophengebiet, je drei von uns können zurückfliegen. In Realp finden wir dann wieder zusammen. Realp – wir müssen nach Andermatt. Ok der Super Puma bringt uns alle Heil zurück zum Ausgangspunkt. Bis die Schwerverletzten transportfähig sind dauert es noch länger. Für uns ist Feierabend. Das war ein spannender Tag – und jetzt die Verletzungen abschminken, bevor jemand den Krankenwagen bestellt!

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